Letzten Sonntag machte ich auf dem Weg nach Saint-Raphaël einen längeren Abstecher nach Saumos. In dieser kleinen Ortschaft im „blauen Médoc“ findet man eine interessante Kirche. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde auf den Ruinen einer noch älteren Holzkirche am Pilgerweg nach Santiago de Compostela gebaut.
Ein Weihnachtsbaum schmückt schon den Vorplatz, ein wenig schief und offensichtlich vorzeitig erschlafft.
Diese Kirche hat ihren Haupteingang interessanterweise nicht in der Fassade, die zugleich den niedrigen Glockenturm trägt (im Médoc eher selten). Er wirkt ein wenig finster mit seiner unvergleichlichen Glocke. Der Eingang befindet sich an der nach Süden ausgerichteten Längsseite der Kirche. Er ist in seiner Schlichtheit wunderschön. Die Spitze ist mit einem keltischen Kreuz geschmückt.
Ich wollte noch ein altes Postamt besichtigen, das auf einem Lageplan als architektonisch interessant verzeichnet war. Ich fand zwar kein Postamt, dafür aber einen Menschen neben seinem 4x4 und fragte ihn, wo es sich befände. Er antwortete ein wenig unfreundlich: „Da entlang, das erste Haus“. Allerdings konnte ich nichts als ein schlichtes Bauwerk entdecken, das zudem nicht mit der Beschreibung aus dem Plan übereinstimmte. Ich suchte noch ein wenig herum und landete schließlich in einer Sackgasse gegenüber einem alten, melancholisch und vergessen wirkenden Bahnhof. Ein guter Ort, um Saumos Lebewohl zu sagen.