Probe in Hourtin

 

carte

Rembuché d'Hourtin

Rembuché d'Hourtin

Rembuché d'Hourtin

Rembuché d'Hourtin

An diesem Ort, der sich Rembuché nennt, treffen sich die Teilnehmer der Rallye Aquitaine-Gironde seit 35 Jahren. Morgens ist dies der Treffpunkt für die gemeinsame Jagd und abends findet hier das gemeinsame Diner „après chasse“ statt.

Im Zusammenhang mit dieser Jagdgesellschaft (Rembuché d’Hourtin-Médoc) habe ich 2002 die gleichnamige Bläsergruppe gegründet. Die J ahre vergingen und es gab, wie bei anderen französischen Vereinen, die üblichen Hochs und Tiefs. Vor kurzem veränderte sich dann die Gruppe, einige Mitglieder gingen weg, weil sie mit diesem oder jenem nicht einverstanden waren. Im letzten Jahr waren wir nur noch zu viert. Dann aber - im September 2014 - erhielt ich den Anruf eines jungen Mannes, der mich fragte, ob ich eine Fortbildung für Fortgeschrittene anbieten würde. Er brachte seine Frau und einen Freund mit, so dass wir schließlich wieder zu siebt waren. Wir proben jeden Montag Abend hier, ich gebe Basisunterricht, d.h. Harmonielehre, und Perfektionierung im Umgang mit dem Instrument. Jeder kann dieses barocke Jagdinstrument spielen lernen.

Die Parforcejagd, bei der das Instrument zur Anwendung kommt, findet zu Pferd statt. Sie wird auf Rehwild, Hirsch und Hirschkuh abgehalten. Es gibt auch die Parforcejagd auf Wildschweine. Die Jagd auf Hasen kann zu Pferd oder zu Fuß erfolgen. Dann gibt es noch die kleine Jagd zu Fuß auf Kaninchen und eine weitere auf Füchse und anderes Wild...

Jede Tierbewegung wird durch ein bestimmtes Musiksignal (insgesamt sind es 51) interpretiert, das den jagenden Reitern mitteilt, was gerade passiert (circonstances). Die Bläser in stehen bei öffentlichen Aufführungen in einer V-Form (erste V-Linie: erste trompe, Zuruf-trompe, zweite Zuruf-trompe, Bass-trompe – zweite V-Linie: erste trompe, sanfte trompe, zweite sanfte trompe, gestopfte trompe). Die trompes sind mit dem Schalltrichter zum Publikum gerichtet. Trompes-Bläser sind die einzigen Musiker, die sich mit dem Rücken zum Publikum präsentieren.

Wir begleiten mit den trompes die Jagd, spielen aber auch bei Heimatfesten, bei Festen rund um die Jagd und bei den Anglern. Bis zum letzten Jahr diente das Instrument ausschließlich zur Aufführung von Jagdmusiken, nun aber wurde es offiziell als Instrument auch für klassische Musik anerkannt und man hat beantragt, die Jagd-trompes in das Weltkulturerbe der UNESCO aufzunehmen. Dadurch wird es angemessen gewürdigt und man wird noch ganz andere Musikstücke zu hören bekommen als lediglich Jagdsignale.

Claude Boncoeur (Hourtin) - Auszug aus einem Interview mit Elke Schwichtenberg und Christian Büttner