In den Hafen kommen...

 

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Der geplante Ausflug: Visite des Vogelschutzgebietes oberhalb des Hafens von Callonges, ausgehend von Pauillac, an Bord von 3 bewohnbaren Segelbooten, einer Jolle, einem quillard mit wenig Tiefgang (1,10 m Wasser) und einem „richtigen“ Boot (mit 1,60 m Tiefgang).

Zuerst muss man den Weg und die zurückzulegende Strecke kalkulieren und dann die Gezeiten berücksichtigen, um genügend Wasserhöhe für die Einfahrt in den Zielhafen zu haben. Es ergibt keine gerade Strecke, wir werden stetigen Wind haben und Hindernisse, die wir umfahren müssen: die Inseln von Pâtiras und Trompeloup, die Sandbänke zwischen den beiden, dann die Signalbojen des Kernkraftwerkes (einzelne Gefahrenpunkte), bevor wir am rechten Ufer aufwärts fahren können.

Bei einer Fahrtstrecke von 1 Std 30 Min. rechnet man eine Stunde für eine sichere Hafenausfahrt. Wir wissen zwar, dass man sich bei beginnender Ebbe (fallendem Wasser) auf den Weg machen muss, um den Hafen von Pauillac zu verlassen, aber wir benötigen auch noch genügend Wasser unter dem Kiel, um ohne Zwischenfall in den Hafen von Callonges einlaufen zu können. Ein erstes Boot läuft am sehr frühen Morgen zu Beginn der Ebbe direkt nach dem Höchststand aus und wartet auf die anderen Boote, wartet, macht ein paar Runden auf dem Wasser, wartet … Bei Tagesanbruch dann - ein morgendlicher Schauer tröpfelt nieder - bricht die inzwischen vollständige Gruppe, unterstützt durch die Ebbe in der Fahrrinne und eine helfende Brise, endlich auf. Zwischen den Navigationsbojen treibt uns die Strömung schneller auf die rechte Seite von St. Estèphe, wir können die Verspätung aufholen. Wir machen möglichst enge Kurven um die Bojen vor dem Kernkraftwerk von Blaye und fahren rechtzeitig in den vor uns liegenden Hafen ein.

Eine einfache Motorpanne hat aber unseren Zeitplan gestört, unsere Fahrt verzögert und nicht zugelassen, dass alle gegenüber anlegen können. Das „richtige“ Boot muss darauf verzichten und hat vor Vitrezay versucht, Anker zu werfen. Wegen einer kurzen und kabbeligen See wurde es ihnen aber schnell sehr ungemütlich, was dazu führte, dass sich die Schiffsmannschaft - zu ihrem Bedauern - entschloss umzukehren. Die Enttäuschung wird (fast) aufgefangen durch ein komfortables Kreuzen in der Fahrrinne bei gleichmäßigem Rückenwind und strahlender Sonne. Dann beginnt jedoch wieder eine neue Plackerei: Es ist unmöglich, in den Hafen von Pauillac einzulaufen, die ausklingende Ebbe hat das Wasser abgezogen. Es ist auch nicht mehr genügend Wasser vorhanden, um am äußeren Bootsanleger festzumachen, so heftig ist die aufgewühlte See. Das Boot muss daher einen Ankerplatz an einer Warteboje auf Höhe der großen Weinflasche am Kai ansteuern (in Pauillac ist das eben so).

Sylvie Mangoneaux (Pauillac), Übersetzung: Angela und Dieter Botzenhardt#