Médoc – Irland: wo leben, wie leben?

 

carte

Médoc - Irland

Médoc - Irland

Médoc - Irland

Médoc - Irland

Médoc - Irland

Médoc - Irland

Warum wir im Médoc leben? Wir haben beide, auch unabhängig voneinander, immer schon das Ausland, das Fremde geliebt und verschiedene europäische Länder bereist, so auch das Médoc während unserer Ferien. Gerade diese Gegend stand im starken Kontrast zu unserer Lebenswelt in einer deutschen Großstadt. Für mich (Ilona) und meine Kinder war das Leben dort fast unerträglich geworden. Ein Haus im Médoc war wie für viele andere Deutsche bzw. Europäer auch unser Traum und wurde mit vielen Anstrengungen unsere Wirklichkeit.

Nach mehreren Jahren des Umbaus, der Renovierung und der Verschönerung, während dessen ich (Martin) meinen Arbeitsschwerpunkt nach Paris verlegen konnte, fühlten wir uns in der Gegend und bei den Menschen integriert. Unsere Kinder sind hier glücklich, alle drei gehen hier in die Schule, und ich (Ilona) kann meiner Leidenschaft, dem Polo Spiel, nachgehen, ebenso wie unsere älteste Tochter dem Springreiten.

Obwohl grundsätzlich glücklich, fingen wir nach etwa fünf Jahren im Medoc an, darüber nachzudenken, es noch einmal woanders zu versuchen. Die Idee war, die intensive und zusammenschweißende Erfahrung des Neuen, des Fremden, noch einmal zu erleben, vielleicht waren es auch Erinnerungen an vergangene Reisen. Diesmal sollte es aber nur für ein Jahr sein. Die Wahl fiel auf Irland.

Und so suchten wir in der Nähe von Dublin ein Haus zu mieten und machten uns auf den Weg nach Irland. Es war wundervoll, wir trafen nette Menschen, die Kinder konnten – nach den typischen anfänglichen Schwierigkeiten – gut in die Schulen integriert werden. Ich (Martin) konnte weiterhin in Paris arbeiten, ja, der Flug dorthin gestaltete sich sogar wegen der kurzen Anfahrt verglichen mit dem Médoc noch komfortabler. Während die Kinder sehr unterschiedlich auf die örtliche Veränderung reagiert hatten (unser Ältester hielt den Kontakt mit seinen hiesigen Freunden übers Internet, die Jüngste bekam sehr schnell interessante Kontakte, die Mittlere vermisste ihren Reitsport anfänglich sehr, integrierte sich aber dann doch fast am besten und schloss sehr viele Freundschaften) fühlte ich (Ilona) mich unbeschwert, weil ich mich leichter als in Frankreich verständigen und auch eine Arbeit finden konnte. Ich gab neu nach Irland gezogenen Studenten und Berufstätigen Englischunterricht.

Gemeinsam hatten wir uns mit dem Wunsch der Kinder arrangiert, nach diesem einen Jahr wieder ins Médoc zurückzukehren. Nun sind wir wieder also „zu Hause“, aber der Alltag bricht über mich (Ilona) wieder herein. Es ist soooo viel zu organisieren, vor allem für die Kinder. In Irland war vieles einfacher. Ich (Martin) unterstütze zwar Ilona, aber es ist abzusehen, dass ich bald wieder wegen meiner Arbeit tageweise abwesend sein werde und sie die Familienorganisation vornehmlich stemmen muss. In Irland waren die Wege für uns und die Kinder kurz, hier sind sie wieder lang und im Moment des Zurückkommens wussten wir nicht einmal, ob und wie wir den Transport zu den Schulen in Lesparre und Pauillac organisieren könnten.

Wir haben begonnen, über einen kompletten Umzug nach Irland zu diskutieren. Für mich (Ilona) wäre das durchaus attraktiv, ich (Martin) würde allerdings gerne im Medoc bleiben, unsere Kinder sind offen und würden sich nach unseren bisherigen Erfahrungen sicherlich arrangieren. Nun stellt sich die Frage: Ist es nur der Ort bzw. die Gegend, wo wir leben wollen oder ist es auch die Frage, wie wir leben wollen? Andere deutsche Paare haben ebenfalls die Frage nach dem Wo mit Überlegungen zum Wie beantworten müssen: Wie wir gehört haben, war bei älteren deutschen Paaren für die Frauen der Kontakt zu Kindern und Enkelkindern in Deutschland, also die Familie, ausschlaggebend, während die Männer vielleicht lieber im Médoc - aus welchen Gründen auch immer - geblieben wären. Immerhin hatten sie die freie Wahl, die Kinder waren nicht mehr auf sie angewiesen. Wir sind noch nicht in dieser Lebensphase, für uns ist die Frage nach unserer familiären Lebensorganisation und einer partnerschaftlichen Einigung zwingend, weil wir für unsere Kinder noch in voller Verantwortung stehen. Ein zentraler Punkt ist sicherlich die Arbeit. Aber vielleicht gibt es ja auch im Medoc die Möglichkeit, Erwachsenen Englisch oder Deutsch zu unterrichten. Erste Anfragen liegen bereits vor. Wir wollen offen bleiben. Noch ist nicht abzusehen, wie unsere Entscheidung fallen wird...

Ilona Kupp-Liek/Martin Kupp (Grayan)