Flohmärkte und Fundsachen

 

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Seit meiner Kindheit schon wollte ich alten Dingen neues Leben geben. Meine Eltern haben mir beigebracht, niemals etwas wegzuwerfen. Und heute mache ich gerne aus alten Fundsachen neue Dinge wie z.B. ein Mosaik auf einer Frauenbüste, die ich erstanden habe. Ich werde auf ihr alte Noten zu einem Mosaik anbringen – weil ich gerne bastele.

Wasser in der Nähe eines Flohmarktes liebe ich sehr z.B. einen Wasserkanal. Ich war mal auf einem Flohmarkt in der Charente mit meinem Fahrrad und den Satteltaschen. In der Nähe von Saintes gab es solch einen Flohmarkt an einem Kanal. Das war eine wunderschöne Atmosphäre. Man kann zwei oder drei Jahre uf solchen Flohmärkten herumgehen, ohne etwas zu finden und plötzlich findet man von einem Moment auf den anderes etwas Interessantes, ich jedenfalls gehe nicht auf Flohmärkte, um etwas ganz Bestimmtes zu finden. Was die Märkte im Médoc anbelangt: Das wirklich sehr komisch, du weißt weder, was du finden, noch was du verkaufen wirst.

Alle Flohmärkte der Region kann man im Vide-grenier 33 angezeigt finden, ebenso die Auktionen. Das Beste was ich jemals gefunden habe, stammt vom Flohmarkt in Saint-Vivien, ein Aquarell! Auch in Le Verdon gibt es einen netten Flohmarkt. Dort habe ich für einen Pariser Bekannten, der nur wenig Geld hat, ein BOBET-Fahrrad gekauft, für 5 Euro! Ich habe ihn angerufen und gesagt: „Ich habe ein super Fahrrad für dich.“

Auf Flohmärkten passieren immer interessante Geschichten: Eine Frau kam zu einem Stand, bei dem ich gerade eine CD einer Punkband aus Bordeaux gekauft hatte. Die Frau sprach mich an: „Die kenne ich, da spielt mein Schwiegersohn mit!“

Gestern war ich in Bordeaux im Viertel Saint Martin. Da muss man unbedingt hin. Es gibt dort Stände von Leuten, die Haushaltsauflösungen organisieren. Alte Häuser werden von ihnen ausgeräumt und sie stellen dann die vollen Kartons dort hin auf den Boden, damit man grabbeln kann. Man taucht ein wenig in das Privatleben fremder Leute ein. Gestern bin ich auf ein großes Ding gestoßen, ein Gestell mit einem ausschwenkbaren Metallarm, das offensichtlich an einer Wand montiert war, mit einer großen und einer kleinen Seilscheibe. Die Adresse des Herstellers war noch zu sehen. Ich hatte sofort die Idee, eine mobile Lampe daraus zu basteln. Während ich noch überlegte, kam jemand auf mich zu und, als ich ihm sagte, dass das nach Auskunft des Verkäufers einem Zahnarzt gehört hatte, meinte er: „Oh jeh, was habe ich für Zahnschmerzen!“ Ich wollte handeln, aber der Verkäufer wollte vom Preis nichts nachlassen.

Christian Desoutter (Grayan), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg