Den Cordouan sichern

 

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Der Leuchtturm von Cordouan spielt in unseren persönlichen Médoc-Erinnerungen eine herausragende Rolle. Auch wenn wir während unserer immer wiederkehrenden Urlaubsaufenthalte im Médoc noch nicht viel von der Region kennengelernt hatten, so war doch der Leuchtturm das Zeichen für den Übergang vom Festland in das „Paradies“. Der Blick von der Fähre über das Wasser der Gironde-Mündung gehörte obligatorisch zu jeder Reise von Deutschland ins Médoc, unvorstellbar, auf ihn verzichten zu müssen.

Heute, da wir hier wohnen, bemerken wir den Turm eher selten, andere „Zeichen“ stehen für uns im Vordergrund. Die Sorge um den Erhalt des Turms, die uns vor 10 Jahren dazu getrieben hat, in den Verein zu dessen Erhaltung einzutreten, ist der Erleichterung gewichen, dass sich nun - vor allem mit der staatlichen Absicht, die Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe zu beantragen – nicht mehr ein Verein von Ehrenamtlichen um den Erhalt des Turmes kümmern muss, sondern dass er sich der PR-Arbeit sowie der Sicherung ganzjähriger Bewachung des Leuchtturms widmen kann.

Unser Engagement in diesem Verein mit heute mehr als 400 Mitgliedern aus allen Teilen der Welt begann zu einer Zeit, als noch darum gerungen wurde, welche halbstaatlichen oder staatlichen Organisationen die Verantwortung für den Leuchtturm übernehmen sollten. Damals war von der UNESCO noch gar keine Rede. Uns schien es geradezu zwingend, uns für die Erhaltung irgendwie zu engagieren, so dass wir in den Verein „Sauvegarde...“ eintraten.

Wir boten an, eine ansprechende Website zu gestalten, um so weitere Mitglieder zu werben, und Christian wurde kurze Zeit später in den conseil d’administration (CA) gewählt. Auch wenn er am Anfang von den Beratungen nur wenig verstand, so gab es doch immer wieder Bereiche, in denen er seine Kenntnisse und Vorschläge zur Mitarbeit einbringen konnte. Wir stellten z.B. eine erste Übersetzung der Exponat-Beschreibungen im Cordouan-Museum her. Darüber entstand ein Kontakt mit einem Hamburger Leuchtturm-Verein, dessen Mitglieder zu Besuchen nach Le Verdon und auf den Cordouan eingeladen wurden. Dieser Verein revanchierte sich dann mit einer Gegeneinladung an den hiesigen Vereinsvorsitzenden, Jean-Marie Calbet.

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einige Mitglieder des CA beim Vorbereiten der
Einladungen zur Mitgliederversammlung

Später machten wir zahlreiche Videos zu Veranstaltungen rund um den Cordouan und verfassten und verwendeten uns für Beiträge in unserer Website Médoc actif, nicht zu vergessen die Handreichungen, die Kraft zehrten, wie Tische und Stühle schleppen, bei Festivitäten rund um den Leuchtturm von Grave mithelfen oder das in der Zwischenzeit angeschaffte Transportboot restaurieren.

Nachdem sich die Verantwortlichkeit des Staates auf die Organisation SMIDDEST (Syndicat mixte pour le développement durable de l'Estuaire) und DRAC (Direction régionale des affaires culturelles) übertragen hatte, scheint die Zukunft des Cordouan gesichert. Der Verein stellt nun das Museum und den Phare de Grave in den Vordergrund seiner Aktivitäten. Da der Cordouan nur in der Zeit von April bis Oktober für Besucher angefahren werden kann, machte es Sinn, die offizielle Video-Projektion des Cordouan im Museum zu installieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vorbereitung von Schülerinnen und Schülern vor dem Besuch des Leuchtturms.

Die aktuellen Restaurierungsarbeiten am Leuchtturm von Cordouan sind bald abgeschlossen. Neue, jüngere Vereinsmitglieder haben sich zur aktiven Mitarbeit bereit erklärt und wir können nach fast 10 Jahren im CA den Stab mit gutem Gefühl weitergeben.

Christian Büttner/Elke Schwichtenberg (Saint-Vivien)