Leute

Austern und Gambas von Philippe Lucet

 

carte
Philippe Lucet

Einige Kilometer entlang dem Schotterweg vom Hafen von Saint-Vivien liegt das kleine Restaurant LA PETITE CANAU von Philippe Lucet. Während der Gambas-Verkaufszeit im Juli und August steht Philippe hier schon seit mehr als 20 Jahren jeden Abend am Gasbrenner und schaufelt immer neue fangfrische Gambas in die Flambier-Pfanne und Pommes in den Frittier-Korb. Einfach köstlich, ihm zuzusehen. Hier bekommt man auch frische Médoc-Austern. Erst vor ein paar Jahren wurde das Verbot der Austernzucht im Médoc aufgehoben, das ausgesprochen worden war, weil das Wasser der Gironde zu viele giftige Schwermetalle enthalten hatte.

Heute ist der Fluss wieder so sauber, dass die Einheimischen die alte Tradition der Austernzucht fortführen können. Es bleibt allerdings immer noch viel zu tun, damit die Gegend um die Gironde als ein für Mensch und Tier gesunder Lebensraum erhalten bleibt. Dafür engagiert sich Philippe Lucet als Vereinsvorsitzender von „Estuaire pour tous“ (Eine Gironde für alle), einem Verein, der zusammen mit anderen Kräften vor einigen Jahren die Planung eines Methan-Hafens in Le Verdon gestoppt hat, was immerhin ein Projekt der Gefahrenklasse Seveso 2 war! Und so beschreibt er die Ziele und die Erfolge des Vereins:

„Unser erstes ursprüngliches Ziel war es, das Nord-Medoc nicht zu einem Gebiet der Schwerindustrie werden zu lassen und alle Entwicklungsideen haben sich zunächst auf dieses Ziel konzentriert. Den Volksvertretern und den offiziellen Verantwortlichen sollte klar werden, dass das Nord-Médoc weiterhin eine Region bleiben muss, die zwar dem Tourismus verpflichtet ist, aber ebenso der Erhaltung einer natürlichen Umgebung. Das war am Anfang noch nicht selbstverständlich.

Wir haben drei oder vier Jahre heftig gekämpft, bis das hinreichend geklärt war. Dabei haben wir uns immer am wirtschaftlichen Entwicklungsplan der Region Médoc orientiert. Das war schon ein sehr großer Erfolg, den wir seit dem Beginn der Aktivitäten erreicht haben.

Danach haben wir die Entwicklung eines Meeres-Naturparks in der Girondemündung unterstützt. Wir haben uns mehrere Jahre mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt und seit 3 Jahren nun hat der Park einen konkreten Anfang gefunden. Nachdem wir uns so nachdrücklich an allen Aktivitäten beteiligt hatten, hat uns der Präfekt zum Ratsmitglied im Führungsgremium dieses Parks ernannt. Heute hat der Verein einen Sitz in diesem Rat. Das ist sehr wichtig, weil in diesem Rat alle Projekte für diesen Park diskutiert und verhandelt werden und die Zustimmung für die Realisierung des Projekts notwendig ist.“

Um die Balance zwischen Ökologie und Ökonomie für eine sensible Umgebung wie die der Gironde zu erhalten, bedarf es Menschen wie Philippe Lucet und möglichst vieler Mitglieder im Verein „Estuaire pour tous“. Wer die Initiative mit seiner Mitgliedschaft unterstützen möchte, findet hier ein Beitrittsformular.

Christian Büttner/Elke Schwichtenberg (Saint-Vivien)