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Michèle Morlan-Tardat - ein Nachruf

 

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Michèle Morlan-Tardat
Aus unserem Vidéo : Balaguera

Persönlich begegneten wir Michèle Morlan-Tardat das erste Mal bei der Vernissage von Edith Bruic in dem von uns mitbegründeten Verein Médoc Culturel, dessen Entwicklung sie aufmerksam beobachtete. Die Unterstützung kultureller Aktivitäten in der Region war uns für unser Web-Projekt Médoc actif von Anfang an ein wesentliches Anliegen.

Später trafen wir Michèle Morlan-Tardat häufig bei Konzerten des Vereins Musique au Coeur du Médoc, wo wir uns auch etwas intensiver miteinander bekannt machen konnten. Wir hatten wohl ein ähnliches faible für anspruchsvolle musikalische Interpretationen. Daraus erwuchs eine lockere Zusammenarbeit in der wechselseitigen Unterstützung kultureller Aktivitäten. Wir nahmen ihren Verein bei den Präsentationen von Médoc actif auf und warben mit unserer Médoc Agenda für ihre Konzert-Veranstaltungen Voûtes et Voix. In diesem Zusammenhang erschien dann auch ein erster Artikel über ein Fado-Konzert sowie ein Video zu einem Konzert der baskischen Gruppe Balaguera.

Irgendwann wurde sie auch zu einer unserer Autorinnen. Sie gestattete uns die Übernahme einiger ihrer Beiträge aus dem Journal du Médoc. Später kam ein gemeinsamer Beitrag von ihr und Sarah Wiame zur Entdeckung der Kreuzwegtafel in der Abteikirche von Vertheuil hinzu.

Mit der Zeit wurde unser Kontakt vertrauter, wir begann uns zu duzen. Und schließlich veranstalteten wir gemeinsam ein europäisches Picknick im Park der Abtei von Vertheuil. Diese Offenheit uns - den Fremden – gegenüber und ihren Humor zeigte sie ein weiteres Mal bei ihrem Artikel über die Sendung die Deutsche Viertelstunde bei AQUI FM:Christian nimmt die Sequenz "Agenda" vor unseren Augen auf...und natürlich vor unseren Ohren. Die Aufnahme ist gelungen, auf Anhieb, wenn da nicht einige Syntaxfehler zu verbessern gewesen wären, die dem Perfektionisten in die Quere kommen...wie man uns berichtet hat, weil wir - leider - die Sprache Goethes nicht beherrschen.

Ihr kulturelles Engagement, das sich uns - neben ihren Aktivitäten für Vertheuil – in ihrer Redaktionsarbeit zu kulturellen Ereignissen im Médoc zeigte, haben wir in ihren zahlreichen Beiträgen im Journal du Médoc sprachlich genossen, auch wenn wir als Deutsche sicher nicht immer alles verstanden haben.

Die Hoffnung, noch weitere gemeinsame Pläne zu schmieden mündet in Trauer über ihr tragisches Ende, wie es Dominique Barret, der Chefredakteur des Journal du Médoc beschreibt: „Sie starb an einer Hirnblutung am Samstag den 4. November. Wie ihre beiden Töchter Juliette und Sabine es ausdrückten: das ist ein merkwürdiges Ende für eine Frau mit einem solch wachen und so brillanten Verstand.“

Christian Büttner/Elke Schwichtenberg (Saint-Vivien)