Literarische Exkursion zur See

 

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Die unsicheren Wetterverhältnisse konnten die Teilnehmer der letzten Veranstaltung von ecume.doc vor der Sommerpause nicht davon abhalten, sich am Samstag den 19. Juni um 18.30 Uhr am Port Médoc einzufinden. Trotz heftiger Windböen während des Ablegens bahnte sich die Bohême III ihren Weg durch unruhige Strömungen zum Ufer der Charente.

Der Kapitän navigierte langsam an der Küste und den einstmals bewohnten Höhlen entlang. Dann, nachdem Talmont erreicht worden war, wurde das Wasser glatt und ruhig. Dies war der ideale Zeitpunkt, um den Anker auszuwerfen. Nach einem fröhlichen Picknick genossen die 41 Passagiere die vorgelesenen Texte, die allesamt von der Gironde-Mündung handelten.

Der Leseabend war bis zum Sonnenuntergang von einem auffällig weichen und warmen Licht auf der mittelalterlichen Kirche von Talmont, auf den weißen Felsküsten und auf dem seidigen Wasser untermalt. Die Sicht vom Wasser auf dieses außergewöhnliche Stück Erde war faszinierend und wir lauschten aufmerksam den Erzählungen über Farben, Gerüche und Geräusche der Mündung, über die Geschichte ihrer Bewohner, ihrer Schiffe und über ihre Inseln.

Dieser zauberhafte Abend wird uns lange in Erinnerung bleiben. Nachdem wir auf der Rückfahrt im Dunkeln ein riesiges Frachtschiff gekreuzt hatten, das durch seine vielen Lichter eine gespenstische Silhouette einnahm, begann die Bohême III das Anlegemanöver an ihrem Liegeplatz am Steg. Nur wenige Minuten später, gewissermaßen als ziehe man einen Schlussstrich, traf noch eine heftige Windböe den Pointe du Médoc.

Yves Bernier, Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg
Quelle: Journal du Médoc vom 25. Juni 2010, Übersetzung: Friederike Büttner