Konzert in Soulac mit den Impromptus

 

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Die Jahre vergehen und gleichen sich nicht, so sagt ein französisches Sprichwort. Man hatte da wohl nicht an Soulac-sur-Mer gedacht, wo Jahr um Jahr im Sommer in der Basilika die Musik unumstrittene Königin ist. Seit einigen Jahren ist auch das Klassik-Ensemble « Impromptus de Soulac Pointe du Médoc » aktiv mit dabei, ein junger Verein klassisch orientierter Musikern, die gemeinsam ihre Musikliebe mit anderen teilen möchten. Das Ensemble Impromptus de Soulac Pointe du Médoc (ISPN) gibt seit seiner Gründung im Jahre 2008 jedes Jahr diverse Konzerte in der Basilika von Soulac.

2010 waren wir das erste Mal als Zuhörer auf einem Sommerkonzert der ISPM um unsere Freundin Marie-Lou Gaudrie zu hören. Mit ihrer zeitlos schönen Nachtigallenstimme ist sie einer der Ecksteine der CLE ( Compagnie Lyrique de l’Estuaire), Sängerensemble dem ich ebenfalls angehöre. Vor dem Konzert sahen wir sie in umgeben von ihren Musikerfreunden, alle fröhlich bei Laune, zusammen öffentlich zu spielen und in aller Einfachheit ihr Bestes zu geben. Hierbei lernte ich auch Dominique Roger kennen, den Leiter des Ensembles: tadellose Erscheinung, strahlend, und weist dabei mit der Klasse britischen Understatements jegliches wenngleich verdiente Kompliment, eine solche Aufführung auf die Beine gestellt zu haben, höflich zurück. Dabei ist es wahrlich eine Leistung, zwei Flügel und Pianisten für Stücke zu vier oder acht Händen nach Soulac gebracht haben.

Auch dieses Jahr verzauberten uns die Impromptus Musiker mit vier- und achthändiger Klaviermusik und diversen Kammermusikstücken und stellte dabei zwei neue Künstler vor : Céline Chapuis, junge Klavierschülerin einer der Pianistinnen des Ensembles, die zum ersten Mal nicht nur dabei war, um treu die Seiten zu wenden, sondern auch, um selbst virtuos aktiv zu werden. Einer der Höhepunkte des Abends war unumstritten das Duo zwischen Dominique Roger am Flügel und dem belgischen Cellisten Frédéric Detroch, der sich kürzlich im Médoc niedergelassen hat, mit der Sonate für Klavier und Cello von Borodine. Ein Stück voller Virtuosität, Bewegtheit und der Komplizitât der beiden Musiker. Frederics joviale, lebensfreudige Hände auf seinem Cello, das die Noten im honigfarbenen Licht der heiligen Gewölbe tanzen ließ.

Man muss schon sagen, dass es eine besondere Leistung ist, das Cello in diesem Raum singen zu lassen. Zwar ist die Basilika unbestrittenermaßen ein außergewöhnliches historisches Kleinod, die Geschichte seiner Vergangenheit im Sand macht es eine Reise wert, aber der Kirchenboden liegt heutzutage ein paar Meter über dem ursprünglichen Niveau und die Akustik ist daher nicht mehr die, die sie eigentlich, am Anfang, einst war. Ein Konzert in der Basilika von Soulac-sur-Meer ist immer ein besonderes Ereignis, aber auch eine Herzausforderung, der sich die Musiker stellen.

Claudéa Vossbeck-L'Hoëst