Barbara in Saint-Christoly

 

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Ich war noch keine 15 Jahre alt, als mich meine Mutter zu einem Auftritt von Barbara im Konzertsaal von Montrouge mitgenommen hat. Ich erinnere mich an all die intensiven Gefühle, die ich damals empfunden habe, als ich der großen dunkelhaarigen Sängerin zuhörte.

Seit meiner Kindheit bin ich immer wieder in diese Atmosphäre eingetaucht, betrübt ganz besonders bei ihrem Tod vor 20 Jahren, am 24. November 1997. Deshalb habe ich mit großer Vorfreude am 24. November eine Veranstaltung zu Ehren dieser Autorin, Komponistin und Sängerin besucht. Der Verein Pour Saint Christoly en Médoc hatte mit großer Liebe zum Detail auch noch die kleinsten Accessoires der damaligen Bühnenausstattung auf die Bühne gebracht, den Sessel der Künstlerin, eine gedämpfte Atmosphäre und dazu die passende Dekoration. Die Anwesenheit der Buchhandlung Corinne mit Veröffentlichungen über die Künstlerin und ein herzlicher Empfang mit einer kleinen Gemüsesuppe als Willkommen rundeten das Ambiente ab.

Barbara

Nach der Lesung der Texte durch die Schauspielerin France Darry herrschte eine quasi religiöse Stille, wie schon einmal 1981 anlässlich einer Radio-Übertragung des Pantin-Konzerts. Und dann welche Freude, welche Leidenschaft, für einen Augenblick war ich von meinen Gefühlen überflutet, unversehrt wie in der Vergangenheit, als Barbara, erhaben, ihr Repertoire an Liedern mal dunkel und tief, mal hell und witzig oder von der Nostalgie einer verlorenen Vergangenheit durchdrungen interpretierte.

Nach wiederholten Erinnerungen daran, dass das Ende der Veranstaltung gekommen sei, konnten wir bei einem Essen die Berührtheit austauschen, die wir empfunden hatten.

Ein großes Dankeschön an alle die Ehrenamtlichen des Vereins « Pour Saint Christoly en Médoc », die uns die Liebe zu Barbara während dieses Abends haben wiedererleben lassen.

Isabelle Cabirol (Lesparre), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg